Unsere Kinderwunsch-Geschichte

Der Wunsch, ein Kind zu adoptieren, nahm langsam Gestalt an.
Nach 5 Jahren vergeblichen Wartens und Abmühens macht man sich ja doch schon mal Gedanken über mögliche Alternativen. Gerade, weil zu der Zeit ziemlich heiß über die Gesundheitsreform und die Folgen für die Repromedizin diskutiert wurde, machten wir uns Gedanken darüber, ob und in wie weit wir diesen Weg beschreiten wollen würden.
Und kamen zu dem Entschluss das für uns dieser Schritt eben nicht in Frage kommt.

Zum einen - ganz ehrlich - weil wir diesen doch recht hohen Betrag nicht so einfach übrig hätten. Zum anderen aber hauptsächlich, weil wir uns dieser belastenden Situation nicht mehr aussetzen wollten. Auch eine künstliche Befruchtung ist ja keine Garantie dafür, dass man schwanger wird und diese Schwangerschaft dann auch erfolgreich endet. Wir wollten uns selber einfach auch nicht dem Stress aussetzen, der vielleicht noch durch eine Fehlgeburt oder ähnliches entstanden wäre.
Darum war uns schon vor Monaten klar, dass an dieser Stelle dann Schluss sein würde, der Wunsch nach einem leiblichen Kind dann eben unerfüllt bleiben müsste.

Weil wir trotzdem nicht auf ein Kind verzichten wollten, machten wir uns Gedanken zu Adoption und hatten auch bereits konkrete Vorstellungen. Dennoch ließen wir das Thema dann erstmal ruhen, bis dann endgültig klar war, dass es auf natürlichem Wege nicht klappen würde.

Natürlich brach erstmal eine Welt für uns zusammen und zunächst war das alles auch gar nicht begreifbar für uns. Zwar hatten wir mittlerweile eh - mehr oder weniger - resigniert, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Nach ein paar Wochen setzten wir uns dann zusammen und sprachen noch mal in aller Ruhe über das gesamte Thema und gingen auch noch mal alle Möglichkeiten durch, die sich uns boten.
Schlussendlich blieben wir wieder bei der Adoption hängen und entschieden uns, an dieser Stelle weiterzumachen.

Per Internet informierten wir uns über die Voraussetzungen und den genauen Ablauf, sprachen in einem Diskussionsforum mit anderen Elternpaaren und solche, die es werden wollen. Als wir dann schließlich genug Informationen zusammen hatten, sprachen wir noch mal in Ruhe und entschieden dann gemeinsam, dass Bewerberverfahren zu durchlaufen.

Irgendwie stellten wir uns das jedoch einfacher vor, als es war. Schon das Erstellen der kompletten Bewerbungsunterlagen, speziell der Lebensläufe, gestaltete sich als schwieriger, als ich dachte.
Torsten konnte sich überhaupt nicht dazu aufraffen, etwas zu schreiben und bei mir wurde es so viel, dass ich ein Buch davon hätte binden können.
Ich stellte fest, dass ich mich dringend mit meiner Vergangenheit auseinandersetzen musste, was ich so aber nicht wollte. Nachdem ich nach gut 1 Woche die Spreu vom Weizen getrennt und so meinen Lebenslauf um die Hälfte gekürzt und aus Torstens Stichworten einen passablen Bericht gezaubert hatte, schickten wir die Unterlagen ab.
Wir wurden zu einem Infoabend eingeladen und bald darauf hatten wir das erste Gespräch mit unseren Sachbearbeitern.

Ziemlich schnell stand dann jedoch fest, dass man uns weder als Pflege- noch als Adoptiveltern wollte. Die Gründe dafür waren beleidigend und schwer nachzuvollziehen.
Man befand Torsten zu dick und zu schweigsam, beschwerte sich über meine, zum Pferdeschwanz gebundenen, Haare und regte sich darüber auf, dass es im November um 18.30 Uhr zu düster bei uns sei. So zumindest die Gründe, die man uns nannte und ich bin mir eigentlich auch sicher, dass der Typ vom Jugendamt schon gesagt hätte, wenn es etwas anderes gewesen wäre.
Wir waren wie vor den Kopf gestossen, als es hieß, dass wir erst umziehen müssten, bevor wir uns nochmal neu bewerben könnten.
Wer schon mal bei uns war und weiß, wieviel Platz wir hier haben und welche Möglichkeiten sich einem Kind hier bieten, wird diese Begründung genauso wenig verstehen, wie wir.