Unsere Kinderwunsch-Geschichte

Über

Als wir uns zum ersten Mal trafen, war ich gerade dabei, mich nach 3 Jahren von meinem ersten Freund zu trennen. Die Beziehung lief schon lange nicht mehr richtig rund, es gab nur noch Streitereien, Meinungsverschiedenheiten, Vorwuerfe und bittere Traenen.
Zuletzt hatte ich es nicht mehr sehr gut gehabt in dieser Beziehung, doch irgendwie fehlte mir der letzte Schritt zum Schluss machen. Ich wohnte sogar schon alleine, hatte mir eine kleine Wohnung genommen und ließ meinen Freund trotzdem noch in mein Leben - aus Gewohnheit oder was auch immer. Oder vielleicht dachte ich ja auch nur, die zeitweilige raeumliche Trennung wuerde helfen.
Um mir ein bisschen Geld nebenbei zu verdienen, weil ich ja auch irgendwie die Miete zahlen musste und das Geld als Maschinenfuehrerin nicht reichte, konnte ich bei einer Freundin in ihrem Imbiss hin und wieder aushelfen. So hatte ich ein bisschen Geld nebenher und sie, als allein erziehende Mutter, mehr Zeit fuer ihren kleinen Sohn.

Ich hatte diesen Nebenjob gerade erst angenommen und ließ mir von meiner Freundin gerade alles erklaeren, als ploetzlich ein ziemlich stattlicher Typ in Wachmann-Kluft den Imbiss betrat und - schwupps - auch schon einen Becher Kaffee vor seiner Nase stehen hatte. Bevor ich mich wundern - geschweige denn, nachfragen konnte, warum das so ist, erklaerte Birgit mir :"Das ist Torsten, der kriegt seinen Kaffee immer umsonst, weil er ab und zu mal ein Pfund mitbringt."
Ich hoerte eigentlich schon gar nicht mehr richtig hin, weil ich wie gebannt in diese warmen, braunen Teddyaugen blickte und mich gar nicht mehr losreißen konnte.
Torsten kam jeden Tag in den Imbiss, um seinen obligatorischen Becher Kaffee zu trinken. Meist war er dann entweder gerade auf dem Weg zur Arbeit oder von derselbigen gekommen.
Unsere Gespraeche beschraenkten sich anfangs wirklich auf das Wesentliche, denn er war nicht wirklich mitteilsam und ist es auch heute noch nicht, aber genau das macht irgendwie auch seine Person aus.
So nach und nach ließ er sich aus der Reserve locken und wir telefonierten haeufiger miteinander. Das heißt, ... Meist waren es eher Monologe meinerseits !
Ich denke, dass er sich in seinen langen Nachtschichten von mir Quasseltante einfach die Zeit vertreiben lassen wollte. *lach*
Wir gingen dann auch mal ins Kino oder schauten bei ihm Video - und wir schrieben uns Briefe.

Je mehr wir zusammen unternahmen und je mehr wir redeten, je ausfuehrlicher und intensiver die Briefe wurden, desto mehr wurde uns beiden bewusst, dass wir uns ineinander verliebt hatten und zusammen sein wollten. Wir fuehlten uns einfach pudelwohl, wenn wir zusammen waren und sehnten uns nacheinander, wenn wir es nicht waren. Und genau dieses Gefühl ist im Laufe der Zeit nur noch stärker geworden.
Torsten wohnte noch bei seinen Eltern, ich war in der Zwischenzeit zu meiner Mutter gezogen, die sich von meinem Vater getrennt hatte und uebernachtete gelegentlich bei meinem Schatz, wenn er gerade keine Nachtschicht hatte oder morgens frueh raus musste. Mitte 1998 suchten wir uns dann eine gemeinsame Wohnung, weil wir einfach Tag und Nacht zusammen sein wollten. Ein Jahr darauf zogen wir dann im gleichen Haus in die groeßere Wohnung unter uns.

Es kriselte immer mal wieder in dieser Zeit, aber all die großen und kleinen Problemchen, die es in jeder Beziehung gibt, ließen sich immer - mehr oder weniger schnell - loesen.

Weihnachten 1999 verlobten wir uns und am Valentinstag des darauf folgenden Jahres bekam ich einen wunderschönen Heiratsantrag.

Am 21.09.2000 ließen wir uns von einer Standesbeamtin trauen.
Die kirchliche Trauung am Tag danach war wunderschoen, wir waren beide ziemlich aufgeregt und nervoes. Aber alles lief glatt und wir verbrachten einen schoenen Tag mit vielen Freunden und Verwandten. Auf Hochzeitsreise waeren wir gerne gefahren, nur ließ sich das leider nicht verwirklichen, so holten wir sie dann 2 Jahre spaeter nach und fuhren ein paar Tage nach Dresden.
Mitte 2002 zogen wir dann wieder um, diesmal in die Naehe von Torstens Arbeitsplatz.
Mittlerweile steckten wir mitten in der Nachwuchsplanung und waren beide unzufrieden damit, dass nichts half und es einfach nicht klappen wollte.
Es war nicht immer einfach in dieser Zeit, aber wir hielten fest zusammen und bauten uns gegenseitig auf.

Anfang 2003 zogen wir ins Gruene, weil wir uns in der alten Wohnung einfach nicht mehr wohlfuehlten. Wir lieben die Natur und die freie Sicht auf Wald und Wiese und der Blick aus dem Fenster auf Haeuserzeilen und vorbeirauschende Autos machte uns einfach krank. Vor allem aber für den Hund, den wir uns angeschafft haben, war das alles nichts. Also suchten wir per Zeitungsannonce eine Wohnung außerhalb; am besten mit Gartennutzung oder Anbindung an einen Wald. Was man uns dann schließlich anbot, war / ist ein absoluter Traum. Ein ganzes Haus, in einem Erholungsgebiet direkt am Wald und mit einem großen Grundstueck, auf dem sich der Hund jetzt austoben kann, waehrend wir im und am Haus herumwerkeln und es uns so schoen wie moeglich machen. Unsere Vermieter lassen uns dabei voellig freie Hand und die Moeglichkeit zur freien Entfaltung. So konnten wir z.B. aus 2 winzig kleinen Raeumen, die jeweils nur ca. 6 qm hatten, ein großes Zimmer machen, aus dem einmal ein Kinderzimmer haette werden sollen. Nun dient es als Gaestezimmer und Abstellraum.

Seit wir hier wohnen, hat sich in unserem Leben einiges veraendert. Unsere Beziehung hat sich noch mehr gefestigt und ist liebevoller denn je. Wir nehmen vieles gelassener und setzen uns selber nicht mehr unter Druck.

Wir sind verliebt, wie am ersten Tag - mehr noch, … Unsere Liebe waechst jeden Tag ein Stueckchen mehr. Die Tatsache, dass wir keine Kinder bekommen koennen, hat uns zusammengeschweißt und zu einem unschlagbaren Team gemacht.



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